Chronik des Bestehens
1945
Gründung der Niederdeutschen Bühne Schleswig durch den aus Rendsburg stammenden Schauspieler Axel Dürer-Schröder. Auf eine Kleinanzeige in den Schleswiger Nachrichten meldeten sich Menschen, denen das niederdeutsche Theaterspiel am Herzen lag. Der erste Speelbaas Axel Dürer-Schröder bereitete die Neulinge auf das Stück „Spektakel in Kleihörn" von Kari Bunje vor. In Ermangelung von Räumlichkeiten wurde in den Wohnungen der Spieler geprobt. Mit großem Organisationstalent wurde das Bühnenbild aus Holzlatten und Sackleinen gezimmert. Die erforderlichen Farben mussten „besorgt" werden. Die erste Aurführung wurde ein großer Erfolg. Motiviert arbeiteten Speelbaas und Speeler unermüdlich an weiteren Lustspielen und Komödien.
1948
Bedingt durch die Währungsreform musste die Bühne eine Zeit eine kurze Zwangspause einlegen. Danach lief der Proben- und Spielbetrieb unter dem Dach des Renaissancetheaters, Leitung Kai Nikolai, weiter. Für fast 11 Jahre lag die künstlerische Leitung in den Händen des unvergessenen Bruno Gerhard. Unter seiner Regie spielten profilierte Darsteller wie Malli und Guschi Klingenhoff, Christa Hinrichsen, Kari Dietz, Annelie Köhn, Johannes Augustin und Inge Augustin-Dietz.
1955
Die ersten Gastspiele der NDB Schleswig in der damaligen DDR fanden im Staatstheater Schwerin, in Boitzenburg und Wursow sowie Stralsund, Greifswald und Putbus auf Rügen statt. Gespielt wurde das Stück „Wat dat Oel nich deit“ von Franz Grell, dem Liebhaber und Förderer des niederdeutschen Theaters. Sein Stück eriebte bis heute mehr als 50 Aufführungen. Zu verdanken hat die NDB Schleswig diese Gastspiele dem Bühnenleiter und Gründungsmitglied Adolf Bielfeld, der in der Zeit von 1955-1965 enge Kontakte zur Fritz-Reuter-Bühne in Schwerin pflegte.
1958
Inge Augustin-Dietz übernahm die künstlerische Leitung der Bühne von Bruno Gerhard. In dieser Zeit fallen die Erstaufführungen von Fritz Wempners schwungvollen Lustspielen „De vergnögte Tankstell" und „Rund um Kap Hom".
1959
Annelie Köhn, zur „alten Garde" gehörend, begann ihre ersten Versuche als Speelbaas.Das Kirjahn'sche Gebäude, heute Parkhaus am Capitolplatz, diente der Bühne lange Jahre als Probenraum, für den Kulissenbau und beherbergte den Fundus. In dieser Zeit stand Fritz Wempner für mehrere Stücke, darunter sein Stück „Petrus gifft Urlaub", als Gastregisseur zur Verfügung. Auch der alte Theaterhase Felix Brosig inszenierte mit so erfahrenen Darstellern wie Malli und Guschi Klingenhoff, Günther Rauhut, Hilda Matthiesen und Jochen Ingwersen.
1965
Es erfolgte ein Gegenbesuch der Stralsunder Speeldeel in Schleswig.Günther Rauhut, Christel Runde und Horst Tönnsen übernahmen mehr und mehr Regiearbeiten.
1970
Zum 25jährigen Bühnenjubiläum gelangte das Lustspiel „Rund um Kaphom" von Fritz Wempner zur Aufführung, Neuinszenierung Annelie Köhn.
1973
Durch die Altstadtsanierung und den späteren Abriss des Firjahn'schen Gebäudes fand die NDB Schleswig neue Räumlichkeiten in der Busdorfer Straße. Günther Rauhut übernimmt die Leitung der Bühne.
1975
Die Jubiläumsaufführung „30 Jahr NDB Schleswig" war etwas besonderes - ein Stück mit Musik, Gesang und Tanz. „De Reis no Helgoland" von Franz W. Schilling. Die Regie führte Horst Tönnsen.
1986
Viel zu früh verstirbt Günther Rauhut. Rainer Seidel wird Bühnenleiter. Im letzten Jahrzehnt hat die NDB Schleswig viele Höhen und Tiefen durchstehen müssen. So musste sie wegen Eigenbedarf bzw. Verkauf der angemieteten Räumlichkeiten zweimal ihr Domizil wechseln. Der seit vielen Jahren spielende Ralf Schäfer übernahm mehr und mehr Regiearbeit.
1990
Ralf Schäfer wird zum Bühnenleiter gewählt. Nach schwerer Krankheit verstirbt Ralf Schäfer im Sommer 1994. Mit seinem Einsatz hat er sich über 31 Jahr für die Bühne engagiert. Er hat sich verdient gemacht um das niederdeutsche Theaterspiel in Schleswig.
1995
Zum „50jährigen Bestehen der NDB Schleswig" können wir auf eine recht beachtliche Bilanz von weit mehr als 130 gespielten Stücken in über 2300 Vorstellungen zurückblicken. Der Leitsatz unseres damaligen Bühnenleiters Willy Grünwald lautete: „Der schönste Lohn ist es, dem Publikum durch unser Spiel Stunden der Fröhlichkeit und Freunde zu schenken" Und in dem Sinne ging unsere Arbeit auch weiter.
2001
Nach einigen Bühnenleiterwechsel in den letzten Jahren übernimmt Renè Rollin im Frühjahr die Leitung der Bühne. Mit dem gelernten Schauspieler und Regisseur erhält die Bühne einen zusätzlichen Profi, nachdem wir seit Jahren den Regisseur Hinnerk Walbohm zu unseren Mitgliedern zählen dürfen. Im November wird die Niederdeutschen Bühne Schleswig sowie die Speeldeel mit dem Kulturpreis der Stadt Schleswig ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1995 an einzelne Personen, Gruppen oder Institutionen verliehen die sich in Schleswig engagieren. Im „plattdeutschen Jahr„ wurden wir dafür geehrt, daß wir uns maßgeblich für den Erhalt der niederdeutschen Sprache einsetzen.
Die NDB Schleswig spielt seit Jahrzehnten im Kreisgebiet auch sozusagen „über Land" mit ihren Theaterstücken. Zusätzlich zum Bühnenprogramm präsentieren wir auf vielen Veranstaltungen unser „Buntes plattdeutsches Programm" mit Sketchen, Döntjes und kleinen Geschichten wie z.B. »Dinner for one - op platt".